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Kunstpavillon

Zwick Sus

24. August – 21. September 2019

♀ – Positionen zeitgenössischer Künstlerinnen mit Anna -Tia Buss, Alina Kopytsa, Muda Mathis und Sus Zwick, Maura Wittmer, Shannon Zwicker

Das gemeinsame Ausstellungsprojekt von o.T. Raum für aktuelle Kunst und PTTH://präsentiert sechs Künstlerinnen aus verschiedenen Generationen, deren Arbeitensich im Diskurs um feministische Themen verorten lassen. Dabei möchte die Ausstellungfrauenspezifische und politische Fragen aufwerfen und zur Diskussion stellen:Es geht um Künstlerinnen, aber auch um Ausstellungsmacherinnen, Galeristinnen,Kunstkritikerinnen, Kunsthistorikerinnen, kurz – um Frauen in der Kunst.

Sus Zwick

In ihrer künstlerischen Praxis bewegen sich Muda Mathis und Sus Zwick in verschiedenen Bereichen wie Performance, Video, Installation und Musik. Sie sind Mitglieder der 1987 gegründeten feministischen Performanceband „Les reines Prochaines“, die damals den Bühnen- aber auch den politischen Raum im Sturm eroberte – entstanden aus dem Kampf für ein autonomes Jugendzentrum und der Frauenbewegung der 80er Jahre.

In der Zwei-Kanal Videoinstallation „Olga und Olga und die Koreanische Grossmutter“ begeben sich Muda Mathis, Sus Zwick und die Künstlerin und Kamerafrau Iris Ganz auf eine Reise nach Sachalin. Sachalin ist der östlichste Punkt Russlands, eine Insel oberhalb von Japan. Als singende und tanzende Filmcrew begleiten sie die Ukrainerinnen Viktoriya und Olga Levenko auf ihrer Reise in ihre eigene Vergangenheit. Es ist eine komplexe und erstaunliche Familiengeschichte eines Emigrantinnen-Schicksals der Sowjetunion. Inszenierte performative Songs, individuelle Reflektionen der Künstlerinnen über das Erlebte, Interviews und dokumentarisches Bildmaterial werden zu einer verschlungenen Bild-Ton-Komposition montiert. Dabei trifft Historisches auf Individuelles, Dokumentation auf Fiktion, Interpretationen mischen sich mit Fakten. Immer wieder blitzen witzige aber auch
kritisch gemeinte Kommentare aus der Frauenperspektive auf, beispielsweise in der Textzeile „Russia is a Man. Ist Russland ein Mann? Es wäre schön es wäre eine Frau“ oder „Was darf nicht fehlen? Der Lippenstift muss sein.“ So schreiben die beiden Künstlerinnen an einer anderen Geschichte, History als Herstory. Ein Stück Frauengeschichte über Generationen – „von der Tochter zu der Mutter, von der Mutter zu der Grossmutter“.


23. September bis 15. Oktober 2006
Zwick Sus___Meine Chinesin

Iris Beatrice Baumann, Monika Dillier, Martina Gmür, Fränzi Madörin, Muda Mathis, Barbara Naegelin, Chris Regn, Andrea Saemann, Maria Magdalena Z’Graggen, Sus Zwick

Seit 1998 beschäftigt sich eine lose Gruppe von Künstlerinnen, Vermittlerinnen und Theoretikerinnen mit künstlerischen Strategien. Dabei sind reflexive und kunstkritische Fragen genauso von Bedeutung wie gemeinsame Projekte. Die Welt – insbesondere die gemeinsame – muss täglich neu erfunden werden, ganz im Sinne von relax (Chiarenza/Hauser&Co): „Allein denken ist kriminell. Bildet Banden.“ Vieles ist in der bald 10-jährigen Zusammenarbeit entstanden, einiges davon auch für die Öffentlichkeit sichtbar:
1998 führte dies zur Drucklegung vom „1. Manifest für grosse und angesehene Künstlerinnen“, 1999 zur Realisation des „internationalen Kongresses für künstlerische Strategien“, 2004 zur Aufnahme der „Tischgespräche“, lose, monatliche Fachgespräche unter Kunstschaffenden, welche mitunter zu künstlerischen Eingriffen, Initiativen und performativen Ereignissen führten wie „Songs“, Basel, „Meisterwerke“, Hamburg oder „Hausgeschichten“, Basel.


Im o.T. Raum für aktuelle Kunst in Luzern präsentiert sich die Gruppe einer interessierten Öffentlichkeit das erste Mal in einer gemeinsamen Ausstellung.

Die Mitglieder der Gruppe nutzen die Einladung, um im Ausstellungsraum ihre eigenen Arbeiten zu präsentieren. Gleichzeitig planen sie aber, ihre unterschiedlichen Positionen in der Ausstellung mittels einer multimedialen Show miteinander in Verbindung zu bringen und Zusammenhänge untereinander sichtbar werden zu lassen. Dabei suchen die Künstlerinnen nicht das Spektakel, sondern eine subtile Darstellung von Abläufen, heimlichen Verwandtschaften, überraschenden Konfrontationen. Die Ausstellung ist angelegt als empirisches Nachdenken über das Format der Gruppenausstellung, als experimentelle und unterhaltende Suche nach dem Ort des Einzelnen im Zusammenhang.


www.mathiszwick.ch